Erfahrung weitergeben und die Zukunft gestalten:
Gerd Mühlbauer zu Besuch bei Hoffmann Propeller

Wie sind bewährte Propellerkonstruktionen entstanden? Welche Erfahrungen stecken hinter ihren technischen Details? Und was lässt sich daraus für neue Entwicklungen lernen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Besuchs von Gerd Mühlbauer bei Hoffmann Propeller. Ein Team aus Entwicklungsingenieuren und Führungskräften empfing den Pionier des modernen Propellerbaus zu einem persönlichen und fachlichen Austausch in Rosenheim.

Für Mühlbauer war der Besuch auch eine Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte. Bevor er MT-Propeller gründete und zu einem der weltweit führenden Hersteller von Naturverbundpropellern entwickelte, war er bei Hoffmann Propeller tätig, zuletzt in technischer Leitungsverantwortung. Besonders eng verbunden ist er mit Ludwig Hoffmann, dessen Arbeit die Holzverbundbauweise maßgeblich geprägt hat und den Mühlbauer als seinen Lehrmeister bezeichnet.

Von den Anfängen zu konkreten Entwicklungsfragen

Mühlbauer nahm die Gesprächsrunde mit zurück zu den Anfängen von Hoffmann in den 1950er-Jahren und in die Geschichte des deutschen Propellerbaus auch noch vor der Zeit des zweiten Weltkriegs. Er erzählte von der Entwicklung historischer Konstruktionen und Patente sowie von seiner eigenen Arbeit in Rosenheim. Persönliche Anekdoten machten anschaulich, wie aus Kundenanforderungen technische Lösungen entstanden – etwa leichte Verstellpropeller für Motorsegler – und wie Mühlbauer mit MT-Propeller erfolgreich Schritt für Schritt internationale Märkte erschloss.
 

Das Hoffmann-Team konnte detaillierte Fragen zu Hoffmann Produkten stellen und die damit verbundenen technischen Herausforderungen aus der eigenen Arbeit mit Gerd Mühlbauer angeregt diskutieren. So entwickelte sich aus dem historischen Rückblick ein lebendiges Fachgespräch: Warum wurden bestimmte technische Aspekte gewählt? Wie wirken Blattgewicht, Verstellkräfte und Materialeigenschaften zusammen? Und wo lohnt es sich, eine bewährte Konstruktion zu verbessern?

Auch aerodynamische Themen wurde ausführlich diskutiert. Das Gespräch reichte von den verwendeten Strömungsprofilen und ihren Übergängen entlang des Propellerblatts bis zur Frage, wie sich Berechnungen durch Windkanalversuche und Flugerprobung überprüfen lassen. Mühlbauer berichtete zudem von der Entwicklung von Mehrblattpropellern und davon, wie sich zunächst skeptisch betrachtete Konzepte im Markt dennoch durchsetzen konnten.

Weitere Themen waren die Eigenschaften der Holzverbundbauweise, Schutzbeschichtungen und die Anforderungen unterschiedlicher Einsatzbedingungen. 

 

Gerd Mühlbauer in a conversation, sitting at a meeting room desk at Hoffmann Propeller

Mühlbauer machte deutlich, dass technischer und unternehmerischer Erfolg mehr als Glück braucht: „Können muss man natürlich auch.“ Dazu gehören für ihn die Bereitschaft, bewährte Lösungen immer weiter zu verbessern, und ein konsequenter Qualitätsanspruch, der schon im Arbeitsalltag beginnt. „Ordnung und Sauberkeit ist der beste Weg zur Qualität“, betonte er – eine Haltung, die wir bei Hoffmann uneingeschränkt teilen.
 

Hoffmann Propeller Geschäftsführer Heintje Wyczisk und Mark Härtenberger mit Gerd Mühlbauer
Ein Markt mit Zukunft und eine gemeinsame Überzeugung: Holz

Neben technischen Fragen ging es um die Entwicklung der internationalen Propellermärkte und die Zukunft der Branche. „Eines ist sonnenklar: Es wird immer geflogen werden“, betonte Mühlbauer. Insbesondere in der Flugausbildung sieht er einen langfristigen Bedarf: „Die Schulflugzeuge werden weiterhin alle mit Propeller fliegen.“

Dabei begrüßt er, dass auch Hoffmann die Holzverbundbauweise im Markt vertritt. Mit ihrer jeweiligen Erfahrung und ihren Produkten tragen beide Unternehmen dazu bei, die Vorteile dieser Technologie sichtbar zu machen und sie weiterzuentwickeln.

Impulse für die Entwicklungsarbeit  

Für die Mitarbeitenden bot der Besuch die Gelegenheit, technische Fragen mit jemandem zu besprechen, der die Entwicklung des Propellerbaus über Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet hat.
 

„Für mich persönlich war der Austausch sehr wertvoll, weil ich mich bei Hoffmann Propeller mit unterschiedlichsten technischen Fragestellungen beschäftige und von der langjährigen Erfahrung von Herrn Mühlbauer in leitender technischer Verantwortung profitieren konnte. Solche Gespräche geben neue Impulse, motivieren und schaffen zusätzlichen Antrieb, technische Fragestellungen weiterzudenken und neue Ideen zu entwickeln“, sagt Entwicklungsingenieur Sebastian Neubert.

Auch Michael Schmähl, Entwicklungsingenieur mit Schwerpunkt Propellerentwurf und Aerodynamik, nimmt Anregungen für seine Arbeit mit: „Der Besuch von Gerd Mühlbauer war hilfreich, um mehr über die Geschichte unserer Firma und ihrer Produkte zu erfahren. Der Rückblick war inspirierend und motiviert mich, mit meiner Entwicklungsarbeit im Hier und Heute an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen.“

Erfahrung als Grundlage für Weiterentwicklung

Der Austausch passt zu unserer laufenden Transformation bei Hoffmann: seit unserem Neustart im letzten Jahr investieren in unsere Entwicklungskompetenz, verbessern Prozesse und schaffen die Voraussetzungen für künftige Produkte und Wachstum. Dazu gehört auch, vorhandenes Wissen zu sichern und die Überlegungen hinter bewährten Lösungen besser zu verstehen.

„Wir wollen Hoffmann aus eigener Stärke weiterentwickeln und unsere technische Erfahrung mit neuen Kompetenzen, Werkzeugen und Ideen verbinden“, sagt Geschäftsführer Heintje Wyczisk, der Gerd Mühlbauer eingeladen hat. „Der Austausch hilft uns, die Überlegungen hinter bewährten Lösungen besser zu verstehen und neue Ansätze fundiert zu bewerten. Für unsere Transformation ist es besonders wertvoll, dass Gerd Mühlbauer sein über Jahrzehnte gewachsenes Wissen mit unserem Team teilt. Es liegt an uns, dieses Wissen für unsere weitere Entwicklung nutzbar zu machen.“
 

Zum Abschluss übergab Mühlbauer sein Buch „Luftschrauben – eine deutsche Geschichte“ und signierte Exemplare für die Mitarbeitenden. Damit bleibt ein Teil des beim Besuch geteilten Wissens auch über das Gespräch hinaus zugänglich.

Wir danken Gerd Mühlbauer für seinen Besuch und den offenen Austausch. Mit seinen wegweisenden technischen Entwicklungen und dem Aufbau von MT-Propeller zu einem der weltweit führenden Hersteller von Naturverbundpropellern hat Mühlbauer den modernen Propellerbau entscheidend geprägt. Sein Lebenswerk verbindet außergewöhnlichen Erfindergeist mit unternehmerischem Weitblick. Seine Erfahrungen mit dem heutigen Hoffmann-Team zu teilen, war ein äußerst wertvoller Beitrag zu einem Dialog, der die Geschichte unseres Unternehmens mit seiner weiteren Entwicklung verbindet.
 

Gerd Mühlbauer signing his book