Jenseits der Oberfläche: Zerstörungsfreie Prüfung mit Computertomographie

Gemeinsam mit der TU München erweitern wir unsere Wartungskompetenz

Um den Zustand eines Propellerblatts zuverlässig beurteilen zu können, reicht eine reine Sichtprüfung nicht immer aus – insbesondere dann nicht, wenn Schäden komplexer sind oder sich unter der Oberfläche fortsetzen.

Ein aktuelles Projekt zeigt, wie wir moderne Analyseverfahren nutzen, um unsere Wartungskompetenz kontinuierlich auszubauen und weiterzuentwickeln. Im Rahmen einer außerplanmäßigen Wartung standen dabei Hovercraft-Propellerblätter mit  einigen Rissen zur Untersuchung.

Gerade in Hovercraft-Anwendungen müssen Propellerblätter besonders anspruchsvollen Betriebsbedingungen standhalten: Hohe mechanische Belastungen in Kombination mit dem Einsatz in salzhaltiger Umgebung können Material und Struktur erheblich beanspruchen.

„Unsere Hovercraft-Propellerblätter sind hohen Rotationskräften, Vibrationen und salzhaltiger Meeresluft ausgesetzt“, erklärt Ashley Tate, Fachkraft für zerstörungsfreie Materialprüfung bei Hoffmann Propeller. „Man kann sich turbulente Bedingungen vorstellen, bei denen Wellen ständig aus wechselnden Richtungen auf das Hovercraft treffen – dadurch wirken hochdynamische und oft schwer vorhersehbare Kräfte auf die Propeller. Mit der Zeit können diese wiederkehrenden Belastungszyklen zu mikroskopisch kleinen Ermüdungsschäden führen.“

Nach der Wartung in unseren Servicewerkstätten sollen die Propellerblätter unserer Kunden zuverlässig viele weitere Betriebsstunden bis zur nächsten Inspektion absolvieren können. 

 

Propeller für Luftkissenboote müssen anspruchsvollen Bedingungen standhalten

Um dafür die bestmögliche Reparaturmaßnahme festlegen zu können, ist es entscheidend, das tatsächliche Ausmaß der Schäden genau zu verstehen. Gleichzeitig hilft die Analyse möglicher Schadensursachen dabei, wiederkehrende Schäden über die Lebensdauer der Blätter hinweg zu vermeiden.

Um die Bauteile möglichst schonend zu untersuchen und eine potenzielle Weiterverwendung zu ermöglichen, haben wir gemeinsam mit der Technischen Universität München moderne Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung eingesetzt. Mithilfe von Thermographie und Computertomographie (CT) konnten die Propellerblätter detailliert analysiert werden – ohne zusätzliche Belastung des Materials.

 

Thermographische Untersuchung eines beschädigten Propellerblatts

CT-Scans machen innere Strukturen sichtbar und ermöglichen es, Korrosionsschäden und Materialveränderungen deutlich präziser zu erkennen als mit konventionellen Prüfverfahren allein. 

“Während des Scans werden mithilfe von Röntgenstrahlen hunderte Querschnittsbilder aus verschiedenen Winkeln erzeugt, die von spezieller Software dann zu einem detaillierten 3D-Modell der inneren Struktur unseres Propellerblatts zusammengesetzt werden“, erklärt Ashley.

Dadurch kann unser Team den tatsächlichen Zustand der Blätter genauer bewerten und gezielte Reparaturmaßnahmen ableiten – und damit unnötigen Ausschuss vermeiden, Servicezeit und Kosten reduzieren und die Propeller möglichst schnell wieder in Betrieb bringen.

 

Für uns ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie Wartung heute über reine Reparatur hinausgeht. Durch die Verbindung von praktischer Erfahrung mit moderner Prüftechnologie und datenbasierter Analyse treffen wir fundierte Entscheidungen – für die jeweils passende, nachhaltige und wirtschaftliche Lösung. 

Projekte wie dieses sind Teil der laufenden Transformation von Hoffmann Propeller. Sie helfen uns dabei, wichtige Grundlagen zu schaffen – indem wir moderne Technologien stärker integrieren und technische Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln.

 

CT Scan eines Propellerblatts